Konzertreise

Dienstag, 23.04.2019

 

Endlich war er da, der Tag, auf den wir alle wochenlang hingefiebert haben, der monatelang vorbereitet wurde und jahrelang in unseren Köpfen herumspukte: Konzertreise mit dem Streichorchester und dem Ensemble Canarie der Musik- und Kunstschule nach England. Da wurden in der ersten Osterferienwoche Koffer mehrmals umgepackt, Konzertpläne und Programme geschrieben, Gastgeschenke besorgt und Formulare ausgefüllt. Die erste Reaktion des Betreuungspersonals als der Bus anfuhr:” Wer hätte das gedacht, dass wir wirklich mal nach England fahren...” Und für die Schülerinnen und Schüler begann eine tolle Abenteuerfahrt.

In Rotterdam checkten wir auf die Fähre nach Hull ein. Da kam schon einmal Kreuzfahrtfeeling auf: Abend- und Morgenbuffet vom Feinsten, Shoppingmeile, Kino, Bars, Sonnendeck, komfortable Schlafkabinen und nachts wiegte ein sanftes Schaukeln und ein dezentes Grummeln der Schiffsmotoren die müden Körper in den Schlaf...zumindest die älteren. Die Jugend scheint über unerschöpfliche Energien zu verfügen.

Mittwoch, 24.04.2019

 

Gegen 6:00 Uhr Ortszeit hieß es Aufstehen...gähn, denn um 7:30 Uhr erreichten wir den Hafen. Ellenlange Gänge wie auf einem Flughafen galt es zu bewältigen, und als wir endlich die Abfertigung durchlaufen haben, da sammelte uns auch schon wieder der Bus ein, und es ging zügig weiter nach Scarborough, eine Stadt an der Nordseeküste in Yorkshire mit 3000 jähriger Geschichte. Auf einem dreistündigen Spaziergang durch die Hügel Nordenglands mit Besichtigung der antiken Festung auf einem Felsvorsprung über der Nordseeküste spürte dann doch der ein oder andere ein gewisses Schlafdefizit. Wer nun glaubt, die Jugendlichen müssten doch auf der anschließenden vierstündigen Weiterfahrt in komatöse Zustände verfallen, der war noch nie mit einer Gruppe junger Menschen unterwegs, die sich vom ersten Moment an blendend verstanden und vor allem endlich einmal die Gelegenheit hatten, über die Musik hinaus Gemeinschaft miteinander zu erleben. 

 

Um 16 Uhr erreichten wir endlich unser Hauptquartier, die Jugendherberge, ein wunderschöner umgebauter Getreidespeicher in der historischen Altstadt von Berwick. Doch zum Staunen blieb nicht viel Zeit. Eilig mussten wir die Zimmer beziehen, uns konzertmäßig einkleiden und 30 Minuten später wieder im Bus sitzen. Es ging nämlich zu unserem ersten Konzert in die St. Peters Church nach Scremerston. Die Kirche wurde 1842 eingeweiht und liegt in atemberaubender Landschaft mit freilaufenden Schafen und zuckersüßen Osterlämmern als.

 

Dort angekommen wurden wir vom Frauenkreis empfangen und mit diversen Sandwitches, Quiches in allen Variationen und reichhaltigem Kuchenbuffet verwöhnt. Es war so viel da, dass alle noch einmal nach dem Konzert zulangen konnten, und es reichte sogar für die ganze Gemeinde.

Während wir die Instrumente stimmten, die ersten Anspielproben abhielten, tauchte der Regionalsender vom BBC auf, bat um ein paar Aufnahmen und Interviews. Uns rutschte das Herz in die Hose...Wer mag sich wohl zur Verfügung stellen? Es bewährte sich mal wieder der Satz: “Gemeinsam sind wir stark!” Und so beantworteten wir Fragen zum Brexit, zu unseren Eindrücken und Erwartungen. Die Sendung über die deutschen Musiker lief schon am nächsten Morgen im Radio. Wir sind nach einem Tag bekannt wie ein bunter Hund.

Wenn man bedenkt, dass mancher Schüler 35 Stunden durchgehalten hat, lief unser Einstiegskonzert erstaunlich gut. Wir bekamen tosenden Applaus, wurden geherzt und waren beglückt über die Begeisterungsfähigkeit der Engländer. Der letzte Ton war noch nicht verklungen, da stürmten sie die Bühne und wollten jedem von uns die Hand schütteln.

Donnerstag, 25.04.2019

 

Wer glaubte, die Reise könne kaum noch eine Steigerung erfahren, der sah sich eines Besseren belehrt: Morgenkonzert in der Longridge Towers School, einem privaten Internat für 3 bis 18 Jährige, untergebracht in einem Schloss aus dem 19. Jahrhundert. Ehrfürchtig wandelten wir durch die langen Gänge in den Festsaal, bestaunten die Schuldisziplin und die immensen Möglichkeiten, die sich den Schülern dort boten. Konzentriert und mit Spannung wurden unsere Darbietungen verfolgt. In einem sich anschließenden Gedankenaustausch bei Kakao und Keksen kamen die Kinder miteinander ins Gespräch und den englischen Schülern bot sich die Gelegenheit, praxisnah für den nächsten anstehenden Test zu üben.

Der weitere Tag mündete in einen Ausflug zum Alnwick Castle, nach Windsor Castle der zweitgrößte Adelssitz Englands und Drehstätte der Harry Potter Filme. Nach so vielen Schlössern schwebten wir abends als Burgherr und Burgfräulein zurück in unsere Herberge, wo wir an langer Tafel zu Abend speisten und uns bis zur Schlafenszeit die Füße im Städtchen vertraten.

 

 

Freitag, 26.04.2019

 

Nach so vielen Burgen und Schlössern wandten wir uns dem Landleben zu, wir besuchten unsere Partnerstadt Ashington. Zunächst fuhren wir zum Woodhorn Museum, vergleichbar mit der Zeche Zollverein. Dort trafen wir auf die Bürgermeisterin Majorie Chambers und ihren Referenten Stephen Humphrey. Wir wurden überaus herzlich empfangen und Frau Chambers erzählte uns viele spannende Geschichten vom Ort ihrer Kindheit. Wir waren sehr berührt von ihrer warmherzigen und liebreizenden Art. Unter anderem erfuhren wir, dass das Museumsareal der einstige Arbeitsplatz ihres Vaters war, wo sie mit der Mutter hinging und sich am Pförtnerhäuschen den Arbeitslohn des Vaters  auszahlen ließen. Auf einem sich anschließenden Rundgang wurden wir auf eine Zeitreise - beginnend von der Stadt Ashington als reine Arbeiterstadt der Kohleförderung  über eine Zeit schwerwiegenden Strukturwandels hin zu einer Stadt, die nun von der Fischerei und dem Tourismus lebt, und aus der viele Menschen weggezogen sind – mitgenommen. Danach gab es eine kleine Stärkung in Form von Softdrinks und leckeren schottischen Keksen. 

Mittags fuhren wir alle weiter nach Newbiggin-by-the-Sea, ein Stadtteil Ashingtons. Im dortigen Maritimcenter, einer Anlaufstelle für Reisende und Besucher, zugleich auch Cafe, kleines Museum und Veranstaltungsraum, sollte unser nächstes Konzert stattfinden. Und wieder wurden wir äußerst liebenswert empfangen und durch das kleine Museum geführt. Dort konnten wir bestaunen, dass sich der Bergbau sogar unter dem Meeresboden abspielte. Die Kohleförderung wirkte sich nachhaltig auf das Bevölkerungswachstum aus, 600 Bergarbeiter gegenüber 1200 Fischern. Mit dem Ende der Kohleförderung kam es auch zur Vernachlässigung der Minen. Durch ihren Zusammenbruch sackte der Meeresboden ab, Stürme und Wellen führten zu Erosion von Land und Strand. Indem man an anderen Gebieten Sand abtrug, konnte mit diesem der Strand wieder aufgebaut werden. Heute fügt sich der Fischerort in ein überaus pittoreskes Landschaftsbild ein.

Nach dem kleinen Rundgang wurden wir zum Lunch eingeladen: Sandwiches, Salate, Fritten, Pasteten… Ein Schüler aus unseren Reihen rieb sich den Bauch und stöhnte, so viel würde er in Remscheid  nie essen.

Das Konzert war einmalig, ein Konzert mit Ausblick. Während der Bogen über die Saiten glitt, die Harfentöne durch den Saal perlten und die Trompete kraftvoll schmetterte glitt der Blick über den herrlichen Sandstrand, die Weiten des Meeres und das Wolkenspiel im strahlenden Sonnenlicht.

Und dann kam ein Highlight, wie man es nicht für möglich halten mag: Während der Heimfahrt zu unserem Quartier auf die Frage, was die Jugendlichen am schönsten fanden, wurde mit verklärtem Blick berichtet, wie schön es doch war, in Konzertkleidung im Meer zu stehen und Selfies zu schießen. Und bis spät in die Nacht tönte leises Gekicher ob der schönen Fotos aus den Zimmern…

 

Samstag, den 27.04.2019

Am fünften Tag unserer Reise hatte unser Busfahrer Uwe frei, denn wir gaben ein Konzert in der St Andrew's Wallace Green and Lowick Church of Scotland in Berwick selbst. Den Weg konnten wir  zu Fuß stemmen und der Busparkplatz befand sich eh direkt neben der Kirche. Uwes Job bestand an diesem Tag lediglich im zweimaligen Öffnen der Busklappe zum Be- und Entladen der Instrumente. Wir freuten uns für ihn, so konnte auch er mal etwas auf eigene Faust unternehmen.

Das Konzert hatte Bryon Longbone, Rotarier und Einzelhandelskaufmann,

organisiert und durch seine vielfältigen Kontakte beworben. Und in der Tat, für

ein 11 Uhr Matineekonzert war es mit 50 Engländern toll besucht. Diesen Besucherandrang würden wir uns gerne auch einmal in unserer Heimat wünschen.

Mr. Longbone ist eine Spezi für sich: Bodenständig, hart arbeitend und sehr distanziert. Wenn man ihm begegnet, dann traut man sich, kein Wort zu viel zu sagen. Seine vorhandene, überaus große Herzlichkeit wollte

entdeckt werden. Bei der Begrüßung empfing er uns mit einem „Guten Morgen und Willkommen“, wechselte dann in seine Muttersprache, zerknüllte seine vorbereitete Rede und warf sie mit den Worten hinter sich, wir würden eh so gut Englisch sprechen, da würde es sich erübrigen, dass er durch das Programm führt. Mit jedem Satz taute er spürbar auf, erst Recht, als er uns Leckereien und das schottische Nationalgetränk im Anschluss verhieß. Jaja, das schottische Nationalgetränk…. Whiskey??? Nein, er zog mit hinterlistigem Grinsen eine Dose Limonade aus der Hosentasche. Was daran so merkwürdig sein sollte erfuhren wir später.

Das Konzert war – wie immer – wunderbar. Standing Ovations! Die ganze Region hatte uns ja schon drei Tage vorher im Morgenradio gehört. Die

Leute waren neugierig und wollten uns sehen. Dass der Funke von den Musikanten zum Publikum und umgekehrt so großartig übersprang, dass die Freude an der Musik förmlich greifbar war und die Faszination über die Fähigkeiten der Jugend sich auf den Gesichtern der Engländer abzeichnete, das ließ Mr. Longbone in der Form dahinschmelzen, dass der britische Humor gänzlich aus ihm heraus brach.

Er konnte es ja kaum erwarten, dass wir nun das verheißungsvoll angekündigte, schottische Nationalgetränk verkosteten…. Zwei Schlucke, dann verzogen sich einige Gesichter: Oh mein Gott, was war das? Der Geschmack wie ein Tuttifrutti-Bubble- Gum, sauer wie Brause und gleichzeitig ekelig süß. Mr. Longbones Augen blitzten diebisch. 

Gegen 14 Uhr stürzten wir uns dann in den Einkaufstrubel von Berwick. Jeder von uns hatte da so seine Wünsche und Vorstellungen: Schottenrock, Handtaschen, Tweedstoffe, Barbourklamotten, Penthaligondüfte, Kaschmirschals, schottische Kekse, Bücher, und, und, und.

Wer unsere Shopping-Queen wurde, das klären wir nach dem Sonntagsbesuch in Edinburgh. 

Sonntag, 28.04.2019

 

Der erste und einzige Ausflugstag ohne Konzertverpflichtungen.

Es ging nach Edinburgh. Spätestens auf dieser zweistündigen Tour haben sich

einige von uns verliebt, aber so richtig, uahhhh….. in dramatisch schöne Landschaften mit wilden, zerklüfteten Küstenbildern, die sich mit ruhigen Sandbuchten und malerischen Fischerdörfern abwechseln. Die Tour führte durch mitunter sehr bergige, einsame Landschaften, aus denen Burgruinen und Schlösser ragen und märchenhafte Steinhäuser einen in unglaubliches Entzücken versetzten. Bei diesem Anblick wurde man leicht demütig, was ist unsere Welt doch schön. Der Nordosten des Vereinigten Königreichs vermag Herzen zu stehlen.

Gestartet waren wir bei wolkenverhangenem Himmel, der zunehmend blaue Flecken zeigte bis die Sonne, am Ziel angelangt, uns breit

entgegenlachte und uns so richtig einheizte, dass man sogar bei 12 Grad nur

noch im T-shirt rumlaufen wollte.

In Edinburgh angelangt verteilten wir uns auf zwei Gruppen.

Eine besuchte das Schloss, wo einst Maria Stuart unterwegs war. Ihre Lebens-

und Leidensgeschichte dürfte auch heute noch im Schulunterricht Thema sein. Im Schloss konnte auch der Stone of Destiny bestaunt werden, welcher einst – nach einer Gälischen Legende – von einer Tochter des ägyptischen Pharaos

auf die Insel gebracht worden ist und auf welchem die schottischen Häupter gekrönt wurden, bis die „ fiesen“ Engländer ihn geklaut haben. Elizabeth II. hat ihn erst 1996 zurückgegeben. Wenn Prinz Charles gekrönt wird, muss er allerdings zurück in die Westminster Abbey. Einmal mehr zeigte sich, mit welch superschlauen Kindern wir unterwegs waren. Statt sich in die kilometerlange Schlange vor der Kasse einzureihen, entdeckten einige einen Seiteneingang, durch den die ganze Gruppe huschte und so die fürchterliche Warterei umgehen konnte.

Die andere Gruppe ließ sich in einem Sightseeing-Bus durch die Stadt kutschieren und sie sich per Audiotour  erklären. Sie teilt sich in die mittelalterliche Old Town mit der kopfsteingepflasterte Royal Mile, die von Edinburgh Castle bis zu Holyrood Palace verläuft - der offiziellen Residenz der britischen Königin in Schottland - und sich mit einem verwirrenden Netz aus gewundenen Gässchen und versteckten Durchgängen umgibt. Der andere Teil, die georgianische New Town aus dem 18. Jahrhundert, besticht dagegen mit

weiten Plätzen und auf dem Reißbrett angelegten Straßenzügen. Beide sind

im für Edinburgh typischen Sandstein erbaut, lassen den Besucher aber in zwei

vollkommen unterschiedliche Epochen eintauchen. Dazwischen liegt die Princes

Street, die Pracht- und Einkaufsstraße.

Nach dem zweistündigen Bildungsprogramm war es dann soweit: Jeder durfte nach Lust und Laune schoppen, sein Geld ausgeben, Geschenke kaufen

und sich einkleiden. Auf der Heimfahrt wehte ein unglaublich betörender Duft

durch den Bus, Seidenschals flatterten im Fahrtwind und neu eingekleidete

Männer betörten die Damenwelt. Und damit war klar, es gab keine Shopping

Queens, es gab Shopping Kings. Der erste Platz ging an Stefan, ganz dicht

gefolgt von Lukas.

Tja, und wer nun denkt, jetzt muss  die Reise doch mal zu Ende gehen, der sei eines Besseren belehrt: Diese Tour wollte an Eindrücken einfach nicht nachlassen. Selbst mit dem Kofferpacken und der Abreise vor Augen, die Spannung wollte nicht abnehmen. Wie es weiter geht? Sonntag, 12.05.2019, 14 Uhr kann man hier weiterlesen....

 

 

Montag, 29.04.2019

 

Der Tag der Heimreise war da. Die Koffer lagen verstaut bei den Instrumenten, die Lunchpakete mit dem gefühlt 100. Sandwich im Handgebäck, alle saßen pünktlich um 9 Uhr zur Abfahrt bereit im Bus. In diesem Punkt machten

wir unserer deutschen Tugend  alle Ehre, denn pünktlich wie ein Uhrwerk

spulten wir die Programmpunkte ab. Exakt geplant und eingehalten, das soll uns

mal einer nachmachen.

Nun war uns ja allen klar, dass auch die schönste Konzertreise mal zu Ende gehen wird, aber wir hatten weiterhin das Gefühl, dieses Abenteuer wird noch lange anhalten, und es standen ja auch noch tolle Unternehmungen im Programm: York!

Die 2000 Jahre alte Stadt ist die Hauptstadt Yorkshires in Nordostengland und liegt auf dem Weg nach Hull. Jede Straße ist geschichtsträchtig. Zwei

römische Herrscher starben hier. Ein weiterer wurde hier gekrönt. Das

europäische Christentum hat seine Ursprünge in York, und die Stadt war von

Wikingern besetzt und wurde von Normannen erobert. Das beinahe perfekt erhaltene mittelalterliche Stadtbild präsentiert ein Labyrinth aus gewundenen Pflastersteinstraßen mit Fachwerkgebäuden, Sandsteinkirchen und dem zentralen Münster.

Wenn nun York das Etikett einer Wikingersstadt anhaftet, dann muss auch ein Wikinger drin sein. So ist es denn auch. Das Jórvík Viking Centre ist ein

archäologisches Museum im Zentrum von York, benannt nach dem Wikingernamen von York. Es dokumentiert und rekonstruiert das

Alltagslebens der Wikinger zur damaligen Zeit, und zwar lebensecht und hautnah… Im Halbdunkel fuhren wir in 6er Gondeln, Audioguides geführt, durch eine voll ausgestattete Szenerie aus der Zeit des Wikinger. Vorbei ging es an

Hütten, Dorfstraßen und Werkstätten. Die Eindrücke durch Auge, Nase und Hören waren perfekt aufeinander abgestimmt und so mancher Teil bot eine Überraschung …. bis zum Grünanlaufen und Nasezuhalten….: Dorfleben, Marktplatz, Schlachthaus mit Eimern voller Innereien, bestialisch stinkende Toilettenanlagen und Beerdigungsritual. Obgleich hochinteressant waren alle froh, dieser Duftnote entkommen zu können. Blass im Gesicht atmeten wir gierig frische Luft und freuten uns auf die Düfte des Himmels:

Wir besichtigten das Münster, wo uns eine Dame durch die Kathedrale führte und die Besonderheiten aufschlüsselte: Das York Minster ist die größte mittelalterliche Kirche in England und Sitz des Erzbischofs von York. Sie ist berühmt für ihre Fenster, eine Fensterwand ist beispielsweise so groß wie die Länge eines Tennisfeldes. 15 englische Könige sind dort als lebensgroße Figuren in Stein verewigt. Zur Römerzeit befand sich an der Stelle des

heutigen Minsters das Hauptquartier des römischen Legionskastells Eboracum,

dessen Überreste in der Ausstellung unter der Kirche zu sehen sind. Wir hätten noch sehr lange dort verweilen können, doch nach einer Stunde mussten wir die Führung abbrechen, denn wir wollten ja pünktlich unser Kreuzfahrtschiff erreichen.

Um 19 Uhr checkten wir ein, und immer noch waren wir im Abenteuermodus…. Uns erwartete wieder ein köstliches Buffet, Bordshopping und Club Lounge. Groß und Klein vergnügten sich bis in die späten Abendstunden bei gemeinsamem Gesellschaftsspiel. Als der Schiffskapitän Herrn Steinröhder 21:30 Uhr fragte, wann denn die Kinder ins Bett müssten, da antwortete dieser: „Selbstverständlich

um 22 Uhr!“ Aus den Augen, aus dem Sinn, selbstverständlich wurde nichts daraus und bis morgens 0:30 Uhr wurde gelacht, gespielt und gezockt. Herr Steinröhder erfand neue Unoregeln. Am Ende wurde mit Schokoladentalern vor den Augen blind gespielt. Wer denkt denn bei so viel Vergnügen an Zuhause? Das Leben dürfte so immer weiter gehen....

 

Dienstag, 30.04.2019

 

Tadam, 5 Uhr! Aufsteehhhn! Uns wurde wieder eine Stunde abgezogen. Wir betraten unsere  Zeitzone. Für manchen war es mit vier Stunden eine sehr kurze Nacht. Tja, was lehrten uns schon die Großeltern? Wer lange feiert, kann auch lange arbeiten. Haha, aber unsere Schüler*innen waren vorbildlich. Keinen mussten wir suchen, keinen wecken, alle da. Nur durch den Lautsprecher wurde ein Herr Steinröhder an die Rezeption gebeten. Ja warum das denn? Es war doch keiner verloren gegangen, Gott sei Dank, und niemandem ist schlecht geworden, was wollten die nur von unserem Chef???

Jan rannte aufgeregt in Frau L’habitants Kabine: „ L’habbi, wir kriegen jetzt bestimmt Ärger mit Herr Steinröhder, wir haben noch eine halbe Stunde laut auf unserem Zimmer gelacht.“ Hä? Frau L’habitant lachte sich halb schlapp und beruhigte Jan mit den Worten: „Die können froh sein, dass ich nicht bei euch auf dem Zimmer geschlafen habe. Bei meinem Schnarchen hätten die den ganzen Flur räumen müssen.“ Es vergingen 10 Minuten, da stürmte Jan schon wieder Frau L’habitants Kabine: „ Ich habe es dir gesagt, jetzt will ein Ehepaar, dass Herr Steinröhder die Kosten für ihre Kabine übernimmt, weil sie angeblich wegen uns die ganze Nacht nicht schlafen konnten.“ Wegen einer halben Stunde Gelächter? Frau L’habitant zog mit dem aufgeregten Jan im

Schlepptau los. Sie begaben sich zur Rezeption, wo acht Erwachsene wild diskutierten. Dazwischen ein Schiffsstewart, der immer wieder tönte: „ I’m very dissapointed!“ Die Geschichte wurde immer aberwitziger. Es kam eine zweite Frau dazu, die wollte gehört haben, dass die Jungs Frauenbesuch auf dem Zimmer gehabt hätten, mindestens drei Frauen… Herr Steinröhder wendete sich an den zehnjährigen Lukas und fragte ihn mit breitem Grinsen im Gesicht: „ Lukas, hattest du eine Frau auf dem Zimmer?“

Unsere ganze Gruppe bog sich vor Lachen. Wir neckten die vier Jungs, ob sie

sich wohl die Sängerinnen auf ihren hochhackigen Glitzerschuhen zur Brust

genommen hätten….

Und in diesem Sinne zogen wir feixend und lachend vom Schiff, stiegen in den Bus und bauschten fleißig diese Geschichte weiter auf. Erst an der Musik- und Kunstschule begriffen wir so langsam, dass jede Party - auch unsere - mal zu Ende ist.

 

 

Nachbeben:

 

Liebe Schülerinnen und Schüler, ihr ward großartig! Eure Lehrer sind von euch begeistert. Das war das Beste...ever!

Und auch die Engländer fanden euch großartig. Hier Auszüge aus den Mails, die noch vor unserer Ankunft im Büro eintrudelten:

 

--------- 

 

Glad you got home safely. I saw your big yellow bus

heading south on Monday morning and put up a little prayer for you.

People are still talking about your young people. They

loved the evening and it has given us the confidence to put on more events. I’m

so glad our paths crossed. God bless you all, Jennie.

 

-------- 

Dear Dieter,

 

The concert yesterday morning went really well – the young Remscheid musicians are

indeed very talented (their star turn was a confident trumpet soloist aged 10

years!). As it was held at 11.00 on a Saturday morning, there wasn’t a big

audience; but those who were there thoroughly enjoyed it. The group have given

4 concerts during their stay: one in Scremerston church just outside Berwick;

one at Longridge Towers school, where they also interacted with students

learning German; at Ashington, near Morpeth (Ashington is Remscheid’s twin town and they had originally intended to stay there – but there wasn’t enough room for them all in the Youth Hostel there, which is why they ended up in the

Berwick Youth Hostel); and the Berwick one in St Andrew’s. They are spending

today in Edinburgh, so they will have had a pretty hectic time. From speaking

to Bettina and some of the others yesterday, they seemed to be delighted with

the visit and the youngsters were enjoying themselves.

 

------------ 

 

Thank you once again for the visit of the College to

Ashington and Newbiggin by the Sea.

 We do hope you enjoyed your visit to your twin towns.

The musical performance was excellent and the young people are a credit to you

your College and City.  Please see link to the Town Council's website;

 http://www.ashingtontowncouncil.gov.uk/ashington-and-newbiggin-by-the-sea-welcomes-german-orchestra

 Please pass our thanks onto everyone and safe journey home.

 Hopefully the next time representatives of the Town Council's

are in Remscheid we can renew acquaintances.

  Best wishes.

 

------------ 

 

It was wonderful to host you and your fantastic

pupils. We also have some photos, and I will try to make them available

to you soon. Thanks you for coming.

 

------------

 

Good Morning

Hope you all returned home safely and that the journey was good.

Just a quick email to once again say how much I appreciated the concert. It was

great. Lots of people have come up to me since Saturday to say nice things

about it. Please pass on my thanks to all who took part and my sincere congratulations to them for a superb performance.